Das Riad – marokkanische und mediterrane Küche vom Feinsten
Wenn man im Dunkeln bei Schnee und Eis durch den großen Sommergarten des „Riad” stapft, kann man es sich nur schwer vorstellen, wie schön es hier im Sommer sein muss. Zwischen zwei Armen des Rhein-Herne-Kanals am Rande von Castrop-Rauxel-Henrichenburg hat man ein echtes Inselgefühl.
Unmittelbar vorbei führen Fahrradwege, ein Stück weiter residiert der Rauxeler Ruderverein. Ein Stück Freizeitlandschaft im Ruhrgebiet. Das Restaurant Riad eröffnete im September 2009. Am selben Ort gab es lange Zeit das traditionsreiche Ausflugslokal „Wartburg”, das nach der Schließung zunehmend verfiel und zuletzt zu einem regelrechten Schandfleck wurde. Zum Glück für die Wartburg und Castrop-Rauxel fand sich mit Tarik Sealiti ein Unternehmer, der die Chance erkannte, an diesem Ort eine hochwertige Gastronomie ins Leben zu rufen. Er investierte viel Geld und jede Menge Herzblut. Jetzt ist er Inhaber der Riad Gastronomie GmbH, und sein Bruder Fares leitet den Restaurantbetrieb. Die beiden Deutsch-Marokkaner sind in Castrop-Rauxel-Ickern aufgewachsen. „Nachdem ich mir das Riad ans Bein gebunden habe, werde ich wohl auch hier sterben”, sagt Tarik Sealiti schmunzelnd.

Was Sealiti hier geschaffen hat, ahnt man bereits, wenn man von der Terrasse aus das Erdgeschoss betritt: reich verzierte marokkanische Holztüren, schöne arabische Bodenvasen, prächtige Keramikfliesen und leuchtendrote Wände. Im Untergeschoss befindet sich die Riad-Lounge, eine stylische Bar mit einem Hauch von orientalischem Design. Im Obergeschoss findet der Gast einen traditionell marokkanisch eingerichteten Raum und das Restaurant im großen, lichtdurchfluteten Bankettsaal. Von den Balkonen des Restaurants hat man im Sommer einen wunderbaren Blick aufs Wasser. – Anders als der namengebende traditionelle marokkanische Palast, ist das Gebäude nicht nur nach innen orientiert, sondern bezieht die umgebende Landschaft ein. Mit dem Restaurant Riad ist am Rhein-Herne-Kanal eine faszinierende Synthese aus Orient und Moderne entstanden.
Ebenso wie die Architektur des Riad bietet auch die Küche eine faszinierende Mischung aus Marokkanischem und Mediterranem. Im Restaurant kann der Gast aus einer traditionell marokkanischen und einer mediterran orientierten Speisekarte auswählen. In der Lounge bekommt man leckeres Fingerfood, wie z.B. Bruschetta, Gambaspieße oder arabische Schafskäseröllchen. Die traditionelle Karte bietet zum Beispiel Couscous, Gerichte aus dem marokkanischen Schmorgefäß „Tagine” und sieben Köstlichkeiten, eine traditionelle Vorspeisenauswahl. Auf der internationalen Speisekarte findet man unter anderem Steaks, Fisch, Lamm und hausgemachte Pasta – und jetzt zur Adventszeit auch eine Gänsekeule mit Rotkohl-Zimt-Püree und Klößen.
Bei unserem Essenstest haben wir eine Auswahl aus marokkanischen und internationalen Gerichten bestellt, um einen guten Überblick über die Riad-Küche zu bekommen. Als Vorspeise mussten es natürlich die „sieben Köstlichkeiten” sein. Als Hauptgerichte hatten wir geschmortes Lamm, Lammkarree, gebratenen Steinbeißer und Lachssteak. Dazwischen ein paar mit Entenragout gefüllte Ravioli und schließlich eine Dessert- und Käseauswahl. Vorab bekamen wir frisches Weißbrot mit Butter und Kräutercreme und einen leckeren Gruß aus der Küche: Entenlebercreme mit geröstetem Brot.

Die sieben Köstlichkeiten wären genau das richtige für einen vegetarischen Feinschmecker. Sieben Schälchen mit pikantem Gemüse: schwarze Oliven in würziger Marinade, süß angemachte Zwiebeln, Zuckerschoten, Tomaten, Möhren - für den mitteleuropäischen Gaumen exotisch – gewürzt mit Kreuzkümmel, Ingwer oder Koriander, mit Knoblauch und Pfeffer. Sehr gut auch die kräftige Bohnencreme. Sie schmeckte hervorragend auf dem sesambestreuten marokkanischen Fladenbrot.

Ein besonderes Highlight war der Zwischengang: Ravioli gefüllt mit Entenragout an Balsamico-Kirschsauce. Davon hatten wir nur eine Probierportion bestellt, hätten aber gerne etwas ausgiebiger davon geschlemmt. Das Entenragout in den Ravioli kräftig, würzig, die Sauce schmeckte einfach herrlich süß-sauer nach Kirschen mit einem Hauch von Essig.
Mit der gleichen Sauce wurde auch das perfekt gebratene Lammcarree serviert, dazu Waldpilze und gebratene Schupfnudeln. Das zweite Lammgericht war ein Mruzyia-Gericht (muslimisches Feiertagsgericht). Das hauchzarte Lammragout war mit Rosinen, Honig und Mandeln geschmort und wurde im traditionellen Tagine serviert. Dazu wieder das leckere Fladenbrot.

Nicht traditionell marokkanisch, aber auch eine ganz besondere Kreation: das „Sandwich vom gebratenen Steinbeißer“: Steinbeißerfilets auf geröstetem Brioche mit pikanten Oliven, Auberginen und einem Joghurt-Chili-Dip. Eine gelungene Kombination auch unser viertes Hauptgericht, ein Lachssteak mit getrüffelten Kartoffelrösti, Zitronenspinat und einer Crevettensauce.

Zwei letzte Ausrufezeichen setzten Chefkoch David Freitag und sein Team mit der mediterranen Käseauswahl - mit spanischem Manchego, italienischem Parmesan, französischem Roquefort und frischen Trauben - und den Dessertvariationen. Zum einen europäisch: karamellisierter Kaiserschmarrn und Spekulatius-Tiramisu und marokkanisch: süßes Coucous mit Vanille-Buttermilch und „Beghir” eine marokkanische Crepe mit Honig und Butter. – Besonders das Spekulatius-Tiramisu war eine Sünde wert...
Service-Leiterin Simone Sadra, Tarik Sealiti und Chefkoch David Freitag
Genauso überzeugend wie die Speisen, waren die Weine und die hervorragende Beratung. Auf unsere Bitte hin brachte uns Service-Leiterin Simone Sadra zu jedem Gang ideal harmonierende Weine: Zu den Vorspeisen einen leichten, fruchtigen Grauburgunder von der Nahe, zu den Ravioli eine Montepulciano d`Abruzzo Rose mit feinem Kirscharoma. Zu den Fischgerichten einen spritzigen Weißen - einen südafrikanischen Cabernet Sauvignon. Ein Wahnsinnsaroma hatte der Rotwein vom selben Weingut, Simsonig aus Stellenbosch, sanft, dunkel mit dem Geschmack von Vanille und roten Früchten. - Das abschließende Wein-Highlight war dann der Dessertwein, eine Gewürztraminer Spätlese vom rheinhessischen Weingut „Oekonomierat Geil”. – Und genauso schmeckte er auch.
G…! wäre auch ein gutes Fazit unserer gesamten kulinarischen Exkursion nach Castrop-Rauxel. Nachahmung absolut empfohlen. Am Besten selber ausprobieren!
Eine gute Gelegenheit dazu bietet ein Highlight zum Jahresende, die
Silvestergala mit der alten Dampflok „PAPA” aus dem Bochumer Star Light Express
Für die Silvestergala in den Bereichen Riad Restaurant und Traditionell konnte Lothair Eaton samt Pianist gewonnen werden. Einigen Lesern ist Eaton bestimmt als „PAPA - die alte Dampflok”, die er über Jahre im Musical Star Light Express Bochum spielt, bekannt. Zusätzlich gibt es ein hochwertiges Genießerbüffet mit Live Koch Station und das riesige Riad Höhenfeuerwerk. Ausserdem gibt es noch einige Überraschungen.
In der Riad-Lounge gibt es wieder eine Sylvesterparty mit kleinem Büffet, Free Shots und Live DJ und natürlich ebenfalls das Riad Feuerwerk.
Das Riad ist von Buer aus schnell zu erreichen. Es liegt nur ein paar Minuten von der A2 entfernt. - Um einen ersten Eindruck zu bekommen, schaut man einfach auf die Internetseite des Riad: www.riad-gastronomie. Dort bekommt man auch Infos über die diversen Veranstaltungsangebote vom Familienbrunch bis zum Krimidinner. Telefonisch kann man das Riad unter 02367-18 15 168 erreichen.
Michael Otterbein