DER BUERANER
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Aktueller Monat: Februar 2012

Premiere im MiR

Goldfisch-Variationen

Gespannte Vorfreude im gut gefüllten, frisch renovierten Kleinen Haus – schließlich ist dies die erste Ballettpremiere in der Nach-Schindowski-Ära. Und sie bietet uns einen fröhlichen, abwechslungsreichen Abend, ein Fest der Miniaturen, die augenzwinkernd unser Menschsein kommentieren, uns unablässig überraschen… und fröhlich stimmen.

Goldfisch-Variationen

Mit „tanzenden” Armen beginnt dieser zauberhaften Abend, ein Feuerwerk zündet und kündigt symbolisch in Form knallbunter Schnipsel, die fröhlich entsorgt werden, diesen bunten Reigen an. Auch ein Goldfisch erscheint, wird uns in seinem Glas durch den Abend begleiten.
Ein Teil der, 1741 von Johann Sebastian Bach herausgegebenen, auch als „Goldberg-Variationen” bezeichneten Klavierübungen, bildet die Basis der Musik des amerikanischen Jazzmusikers Uri Caine, der sie, um viele „Variationen” genannte Kompositionen, erweiterte. Sie wechseln stilistisch zwischen Jazz, Blues, Mambo, Gospel, Ragtime und Electronica und wirken wie ein Streifzug durch das 21. Jahrhundert.
Damit sind sie ebenso vielfältig, wie die 13 Mitglieder der Compagnie, bei denen in dieser Produktion auch ihre verschiedenen Sprachen eine bedeutende Rolle spielen.
Einen Teil der Musikstücke, die großenteils vom Band kommen, werden von Salvador Caro gewohnt souverän auf dem Flügel interpretiert.
Annett Göhre, die seit 2005 freischaffend arbeitet, stellt auf beeindruckend vielfältige Weise die Individualität der Tanzensemblemitglieder heraus. Sie entwickelte diesen Abend in nur 7 Wochen, wobei ihre sprudelnde Kreativität und ihr hoher Anspruch von den Tänzern bis zuletzt höchste Flexibilität forderten. Doch es hat sich gelohnt. Getanzt wird im Body, im Anzug, im Oberhemd, im Petticoat, in weißen Kleidern (auch die „Jungs”), in Gummistiefeln, in schwarzer Wäsche; mit weißen Nelken oder grünen Äpfeln (Kostüme: Andreas Meyer).
Die Beleuchtung des puristisch schwarzen Bühnenraumes von den Seiten oder von oben steht in wohltuendem Kontrast zum vielgestaltigen Bühnengeschehen. Sie lässt die Bewegungen, die Körperlinien deutlich heraustreten und betont die immer wieder gewollten synchronen Tanzfolgen ebenso wie die solistischen Einlagen.
Das Premierenpublikum honorierte diese beeindruckende Leistung mit einem anhaltenden, begeisterten Applaus.

Text: Regine Rudat-Krebs
Foto: Pedro Malinowski





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