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Immobilien- und Standortgemeinschaft Domplatte engagiert sich auch über das Ende der Baumaßnahmen hinaus
Der Urbanuskirchplatz, eine der Keimzellen des historischen Buer, war jahrelang ein ziemlich trauriger Ort, grau menschenleer von verwitterten Fassaden und leer stehenden Ladenlokalen umgeben.
Die Gelsenkirchener Stadtplaner und verschiedene Gutachter waren sich einig, dass dieser historische Ort großes Potenzial für einen Stadtraum mit hoher Aufenthaltsqualität hat und kein Schattendasein am Rande der Buerschen Innenstadt führen sollte. Ein städtebaulicher Wettbewerb schuf 2008 die Grundlage für Neuplanung und Umbau. Nachdem die Bodendenkmäler unter der Domplatte erfasst und gesichert worden waren, konnte mit den Bauarbeiten begonnen werden. Im Juli diesen Jahres wurde mit der Eröffnung des REWE-Marktes im neu errichteten Domcenter ein wichtiger Meilenstein gesetzt. Die Umbauarbeiten rund um St. Urbanus sind zwar noch im Gange, aber der Abschluss der städtebaulichen Umgestaltung der Domplatte ist jetzt absehbar. Neben REWE wurde eine neue Apotheke eröffnet und die leer stehenden Ladenlokale rund um die Domplatte füllen sich langsam wieder mit Einzelhändlern. Auch wenn jetzt noch darüber diskutiert wird, ob die Domplatte Treppen bekommen soll und sich die Pflasterung des Platzes noch einmal verzögert, ist das wohl eine Buersche Erfolgsgeschichte!?
Lange Zeit sah es allerdings gar nicht so aus, als ob hier eine sinnvolle Lösung realisiert werden könne. Entscheidend für den erfolgreichen Abschluss war letztlich wohl, dass es gelang, Investoren zu finden, denen an der positiven Entwicklung der Buerschen Innenstadt gelegen ist und die Eigentümer der Immobilien rund um die Domplatte für eine Zusammenarbeit zu gewinnen. Ein wichtiger Akteur war und ist dabei die vor 10 Jahren gegründete Buer Management Gesellschaft (BMG), in der sich wichtige lokale Unternehmen und Immobilienbesitzer, unter anderem die Volksbank Ruhr Mitte und die Sparkasse Gelsenkirchen, zusammengeschlossen haben. Auf Betreiben der BMG wurde 2008 die „Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Domplatte“ gegründet. Geschäftsführer der ISG wurde Rechtsanwalt Eberhard van Kell, Inhaber einer Buerschen Rechtsanwaltskanzlei und zugleich Geschäftsführer der BMG. In der Folge gelang es, 11 von 15 der Immobilieneigentümer rund um die Domplatte als Mitglieder zu gewinnen. Die ISG beteiligte sich aktiv am Planungs- und Umbauprozess und entwickelte im Rahmen des Förderwettbewerbs „Standort Innenstadt“ ein eigenes Planungskonzept. Die Mitglieder der ISG waren sogar bereit, 25% der 440.000 Euro zu übernehmen, die für die Umgestaltung der Domplatte investiert werden mussten.
Und mit dem Abschluss der Bauarbeiten wird die Arbeit der ISG noch nicht beendet sein. Man will sich auch um die Belebung der fertig gestellten Domplatte kümmern, in dem die Infrastruktur für zukünftige Veranstaltungen, wie z.B. Toilettenanlagen und Stromanschlüsse bereitgestellt wird. Selber will die ISG keine Events organisieren, erklärt Standortentwickler Dr. Siegbert Panteleit. Es werden erste Gespräche mit den Akteuren vor Ort und Anbietern von erlebnispädagogischen Spielen geführt. Bei der Auswahl der Veranstaltungskonzepte soll besonders darauf geachtet werden, dass sie dem Ort angemessen sind. Angedacht sind thematische Schwerpunkte wie Frühlingserwachen, Erntedank oder zur Weihnachtszeit über den Brauch zu schenken wie z.B. „Die Gaben der Drei Weisen aus dem Morgenland“. Natürlich soll auch die St. Urbanus-Kirchengemeinde in die Aktivitäten einbezogen werden, die auch Mitglied der ISG ist. Die Kirche selbst ist immerhin einer der größten und ältesten Veranstaltungsräume in der historischen Mitte. Die winterliche Beleuchtung wird 2010 wohl noch nicht in vollem Glanz erstrahlen, es sollen aber zumindest ein bis zwei Strahler in Betrieb genommen werden, um zu zeigen, wie die zukünftige Illumination der Domplatte aussehen wird.
Die Geschichte des Domplattenumbaus ist ein gutes Beispiel dafür, dass grundlegende städtebauliche Maßnahmen heute oft nur im Zusammenspiel von Gemeinden, Bürgern und Investoren gelingen können. Verschuldete Städte wie Gelsenkirchen haben nicht mehr die Mittel, größere Bauprojekte selber zu finanzieren. Dazu werden privatwirtschaftliche Gelder benötigt. Glück haben die Gemeinden, die noch über Unternehmer mit lokaler Verantwortung verfügen, die bereit sind, Zeit und Geld in die Entwicklung ihrer Stadt zu investieren. Natürlich verdienen Immobilien- und Kapitaleigner auch daran, wenn der eigene Standort floriert, aber vielleicht könnten sie woanders mit weniger Aufwand viel mehr verdienen. Wie groß die Bereitschaft ist, in die eigene Stadt zu investieren, zeigt sich gerade in Krisenzeiten und nicht Boomphasen, wenn Kapital im Überfluss vorhanden ist. In dieser Hinsicht scheint Buer zu den glücklicheren Gemeinwesen zu gehören.
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