Arbeiten des Konstruktiven Künstlers Klaus Staudt im Kunstmuseum Gelsenkirchen
Der Frankfurter Künstler Klaus Staudt begann seine künstlerische Laufbahn als Medizinstudent. Er gehört seit Jahrzehnten zu den führenden Vertretern der konstruktiv-konkreten Kunst in Deutschland.
Die Museumsleiterin Leane Schäfer mit dem Künstler Klaus Staudt vor einer großformatigen Arbeit
Bereits Mitte der 60er Jahre entwickelte Staudt die ersten rasterförmigen Raum-Schatten-Reliefs, die zu seinem Markenzeichen werden sollten. Bereits als Student schloss er sich der internationalen Gruppierung der „nouvelle tendence” um Almir Mavignier und Gerhard von Graevenitz an. Die Künstlergruppe verstand sich als Gegenbewegung zur „art informel” und deren bewusst formlosen und spontanen Arbeiten.
Staudts Kunstwerke bestehen aus einer Vielzahl gleichförmiger Klötzchen, die zumeist streng systematisch im Bild angeordnet sind. Auf den ersten Blick meint der Betrachter, das Konstruktionsprinzip eindeutig zu erkennen. Das ändert sich, sobald er sich selber bewegt, seine Perspektive verändert. Es entstehen neue Räume. Statische Verhältnisse werden dynamisch, starre Linien geraten in Schwingung, Licht und Schatten lassen immer wieder etwas Neues entstehen.

Das Kunstmuseum Gelsenkirchen zeigt Arbeiten aus den Jahren 1990 bis 2010. Die Grundfarbe der überwiegende Anzahl der neunundfünfzig ausgestellten Bilder ist weiß. Sie bestehen aus weißen Holz- oder Kunststoffelementen, die hinter Plexiglas in einem quadratischen Rahmen angeordnet sind. Daneben steht eine Serie von filigranen Zeichnungen – der „Bamberg-Zyklus” bei denen weiß ebenfalls dominiert. Nur wenige Male tritt Klaus Staudt einen Schritt aus seinem weißen Universum hinaus. Dann entführt er seine Klötzchen hinter blaue, rote oder gelbe Plexiglasscheiben in eine mystischere Welt. Spannend wird es auch, wenn Staudt sich von der Wand löst. In seinen freistehenden Objekten werden die Elemente mehrschichtig gestaffelt. Die Klötzchen tanzen im Raum.
Bereits seit 1973 befindet sich eine Arbeit des Künstlers im Bestand der Sammlung des Kunstmuseums Gelsenkirchen. Die aktuelle Ausstellung ist in Kooperation mit dem Kunstverein Mannheim und dem Museum für Konkrete Kunst Ingolstadt entstanden. Noch bis zum 3. April sind Staudts Arbeiten in Gelsenkirchen zu sehen. Für 25,- Euro kann ein umfangreicher Ausstellungskatalog erstanden werden.
Kunstmuseum Gelsenkirchen, Horster Straße 5-7, 45897 Gelsenkirchen-Buer, geöffnet Dienstag bis Sonntag 11-18 Uhr. Weitere Infos über den Künstler: www.klausstaudt.de.
Text: Michael Otterbein
Fotos: Lothar Bluoss