DER BUERANER
DER BUERANER
ONLINE

Aktueller Monat: Februar 2012

Deutsche Erstaufführung im MiR

Merlin – eine unbekannte Oper

Bereits die erste Inszenierung der „märchenhaften” Spielzeit 2011/12, die deutsche Uraufführung der Oper Merlin von Isaac Albéniz, scheint sofort ein Treffer zu werden. Sie bietet alle Zutaten für einen gelungenen Opernabend: Ein beeindruckend tiefes, schaurig-schönes Landschaftsbühnenbild, überzeugende Akteure in düster-strahlenden Kostüme, eine mitreißende Leistung der Solisten, des Orchesters und der Chöre und natürlich eine wunderbare Musik.

Der Komponist und Weltbürger Isaac Albéniz, wurde 1860 in einem spanischen Pyrenäenort geboren, gab mit 4 Jahren sein erstes Klavierkonzert, büxte mit 12 Jahren nach Übersee aus um mit 14 am Leipziger Konservatorium und später bei Franz List zu studieren, Die Oper Merlin komponierte er gegen ein festes Gehalt für den englischen Dichter und Bankier Francis Burditt Money Coults.

Szene aus Merlin
Die zentrale Aussage der Artus Sage dürfte den meisten bekannt sein: Nur derjenige der es schafft, das Schwert Excalibur aus dem Amboss zu ziehen, kann Englands König werden und das Reich einen. Hier im MIR ist es der junge und unbekümmerte Ritter Artus (Lars-Oliver Rühl), der es eigentlich nur versucht, um ein gutes Schwert für ein Turnier zu bekommen, und plötzlich die Last seiner Fähigkeit tragen muss. - Es geht um das uralte Thema Macht: wer glaubt einen Anspruch auf sie zu haben, wer erhält sie, wer behält sie, was dient dem Machterhalt und was schadet ihr...? - Der Regisseur Roland Schwab setzt mit seiner Inszenierung allerdings in der Gegenwart auf, ein amerikanischer Straßenkreuzer „parkt” am Rand einer Landstraße durch eine nebelige Hügellandschaft. Am vorderen Bühnenrand ragt das Schwert Excalibur aus einem Felsen. Ein Filmvorspann, auf eine unsichtbare Gaze vor der Bühne projiziert, vermittelt den Eindruck in einem Blockbuster zu sitzen, was sich auch in Renée Listerdals Kostümen zeigt, die wie eine „Mischung aus keltischem Mittelalter und Mad Max” wirken, so Generalintendant Michael Schulz bei der Premierenfeier.

Szene aus Merlin
Vor der magisch anmutenden Kulisse erleben die Zuschauer Merlins Gespielin Nivean (Petra Schmidt), die von ihm verstoßen und gefangen gehalten wird, die Bemühungen des englischen Adels und des Erzbischofs von Canterbury (Dong-Won Seo), einen würdigen Herrscher zu finden, und den Jubel, den Artus auslöst, als er mit dem Schwert in der Hand auftaucht. Das bringt ihm den Hass der Fee Morgan und ihres Sohnes Mordred ein (Majken Bjerno, Piotr Prochera), die den Thron für sich reklamieren. Sie organisieren einen Aufstand, der im zweiten Akt blutig niedergeschlagen wird. Die Straße ist mit auf Lanzen steckenden Köpfen gesäumt, Artus triumphiert, lässt seine Widersacher aber, allen Ratschlägen zum Trotz, am Leben. Diese sinnen auf Rache und gewinnen Nivean, der sie im Gegenzug die Freiheit versprechen, für ihren Plan. Im dritten Akt -nach der Pause- erwartet die Zuschauer eine von Apfelblüten beschneite Allee, die man auch für eine Winterlandschaft halten könnte. Der Frühling und seine Lüste suchen Artus heim. Merlin soll in seinem Namen um Guenevere freien. Nach anfänglich energischem Widerstand willigt der Zauberer ein, gerät in die von Morgan und Mordred gestellte Falle und erfährt den Tod durch Niveans Hand.

Szene aus Merlin
Ein Happy End gibt es nicht in dieser düster-romantischen Welt. Der Kampf um die Macht geht weiter. Aber die Zuschauer erleben einen ergreifend schönen Opernabend, der im November und Dezember 2011 noch insgesamt sechs Mal wiederholt wird. Mehr Infos unter www.musiktheater-im-revier.de. Tickethotline: 0209-4097-200

Text: Regine Rudat-Krebs/Michael Otterbein
Fotos: Pedro Malinowski



Anzeige Neukirchen

Anzeige Hörwünsche

Anzeige Gesundheitspark

Anzeige Daniel Smak

Anzeige Steuerbüro Schabio

Anzeige Betten Luck