„Pantomimusitäten” im Musiktheater
Eigentlich werden von den drei Herren nur klassische Gitarrenstücke auf die Bühne gebracht, eigentlich…
Wenn diese Formation, die seit 1973 gemeinsam auf den Bühnen der Welt steht, eine Vorstellung gibt, reisen ihre Fans von weither an und immer kommen neue Anhänger hinzu. Wer die begeisternde erste Vorstellung im kleinen Haus des MiR am 09. Oktober verpasst hat, bekommt am 16. Oktober eine zweite und letzte Chance...

Elmar Gehlen, Wilhelm Bruck und Theodor Ross empfahlen sich im gut gefüllten Kleinen Haus als Garanten für kultivierten Spaß im Frack. Der Schauspieler Elmar Gehlen, der zuletzt Sergej Prokofjews „Liebe zu den drei Orangen” im Großen Haus inszenierte, glänzt hier mit pantomimisch vorgetragenem Humor, leidet als hochsensibler scheu zögernder Darsteller, der stets das Falsche zur falschen Zeit beginnt, „dirigiert” Danse Bohémienne von Claude Debussy, wird Opfer eines meuchelnden Taktstockes, empfiehlt sich sowohl als feuriger Flamencotänzer als auch als Interpret der spanischen Klagelieder - und erinnert zuweilen ebenso an den großartigen Loriot wie an Paolo Conte.
Seine brillanten Bühnenkollegen, die bereits mit Helmut Lachenmann, Karlheinz Stockhausen und Pierre Boulez gearbeitet haben, ficht das nicht an. Mit getragenem, unerschütterlichem Ernst bringen sie Kleinode für die klassische Gitarre auf die Bühne. Stücke von Francesco da Milano (1497-1543) und Erik Satie (1866-1925) sind ebenso dabei wie eigene Kompositionen. Aber auch ein sechshändiges Stück für nur eine (!) Gitarre ist zu sehen/hören! Diese Spezialität aus der Abteilung „EXTRAS” des MiR ist unbedingt zu empfehlen.
„Pantomimusitäten – Musikalische Leiden”
Musiktheater im Revier, Kleines Haus, Sonntag 16. Oktober, 18.30 Uhr
Eintrittskarten unter 0209.4097200 oder an der Theaterkasse
Weitere Infos: www.musiktheater-im-revier.de
Regine Rudat-Krebs