Kunst und Design im Kontext von Klimawandel und Nachhaltigkeit
»Ich fand heraus, dass sich große Veränderung zuerst immer in der Kunst, das heißt in der Kultur ankündigen. Künstler sind bessere Prognostiker als Wissenschaftler und Wirtschaftler« (Robert Jungk)
In jedem ausgestelltem Stück der „Arte Sustenibile“ steckt ein Stück Nachhaltigkeit.
Im Jahr 2004 hat Samuel J. Fleiner, ein deutscher Konzeptkünstler und Komponist, das erste Mal die Ausstellung Re- Art One im Landkreis Cuxhaven intiiert. Damals stellten rund vierzig Künstler aus mehr als sechs verschiedenen Ländern ihre Kunstwerke aus. Die Ausstellung an sich hat sich nicht groß verändert. Nur einige Künstler sind hinzugekommen.
Die gesamte Ausstellung befasst sich mit dem Thema Generationengerechtigkeit.
Hier geht es darum, dass nicht nur wir gehobenen Lebensstandard erwarten sollten. Jeder sollte den nötigen Respekt für unsere Umwelt aufbringen, so dass auch unsere Nachkommen, unsere Urenkel und Ururenkel die Ressourcen und Rohstoffe dieses Planeten nutzen können.
Die Menschheit sollte sich umstellen auf nachwachsende Rohstoffe und erneuerbare Energien und sollte sich Gedanken darüber machen welche Schadstoffe wir der Nachwelt hinterlassen.
Der Begriff Generationengerechtigkeit bedeutet auch die Soziale Gerechtigkeit im Sinne von friedlichem Zusammenleben. Die Ausstellung veranschaulicht viele der genannten Aspekte in Arbeiten verschiedener Künstler.
Zum Thema der aktuellen Umweltsituation präsentiert Angela Krieglstein Bilder von Pflanzen, die zunehmend als Energielieferanten dienen. So kann zum Beispiel Baumwolle, bei deren Verarbeitung giftige Chemikalien zum Einsatz kommen, durch den umweltverträglicheren Hanf ersetzt werden. Das PAC-Car II, ein Brennstoffzellenauto, wurde von Studenten der Steuer-Regeltechnik gebaut und steht für die Sparsamkeit im Umgang mit Energie. Die Künstler dieser Ausstellung zeigen mit ihren Ausstellungsstücken was in ihrem inneren vorgeht, so wie Samuel Githui. Er möchte mit seinen Bildern darstellen wie er die Welt um sich herum sieht und begreift: „Ich versuche Ideen, Gedanken, Erinnerungen, Erfahrungen, Hoffnungen und Sehnsüchte durch Farben, Formen und Objekte auszudrücken.“
Christoph Hösli erstellt Menschliche Figuren aus geborstenen Granatenteilen, Derk Thijs zeigt mit seinem „Ruderrad“ die menschliche Antriebskraft und Jan Odeyn veranschaulicht wie rücksichtslos die Menschen in die Natur eingreifen. Er verwendet zum Beispiel Sperrmüll um etwas Neues zu Gestalten und schafft sich oft eine surrealistische Welt, indem er Dinge Zweckentfremdet. Auf allen drei Ausstellungsetagen, sind darüber hinaus Bildschirme verteilt, auf denen kurze Filme, zum Beispiel zum Thema Solarenergie zu sehen sind.
Der Besuch im Kunstmuseum Gelsenkirchen ist kostenlos, die Ausstellung kann noch bis zum 07.11.2010 besichtigt werden.
Lisa Schachtschabel