Alfa Romeo Giulietta im BUERANER-Test
Im AC-GE Autozentrum Doerpinghaus ist seit kurzem eine dritte Automarke im Programm. Im Fiat-Ausstellungsraum in Buer sind jetzt auch Alfa Romeos zu bewundern.

Die sportlichen Autos der Traditionsmarke stellen eine gute Ergänzung zum Klein- und Kompaktwagenprogramm des Turiner Fiat-Konzerns dar. Das „Julchen“, wie deutschsprachige Alfisti ihr Fahrzeug manchmal liebevoll nennen, trägt einen großen Namen. In den 50er Jahren brachte Alfa Romeo unter dem Namen Giulietta sein erstes Großserienfahrzeug auf den Markt, dass schnell zum Auto-Klassiker avancierte. Nach einer fast dreißigjährigen Pause werden in Italien seit 2010 wieder Giuliettas produziert.
Für den Test bekamen wir die kleinste Benziner-Version: Giulietta 1.4 TB 16 V mit 120 PS (88 kW) zur Verfügung gestellt. Natürlich im klassischen Alfa Romeo-Rot dem „Rosso Alfa”. Zu Anfang fanden wir es schade, dass wir von AC-GE nur die kleine Giulietta zum Testen bekommen haben, aber das gab sich schnell. Wir waren ganz schön verblüfft, wie spritzig man mit der kleinen Giulietta Auto fahren kann. Dank des Turbos beschleunigte der rote Flitzer wirklich flott. Mit seiner präzisen 6-Gang-Schaltung und der direkten Lenkung macht der kompakte Alfa schon im Stadtverkehr richtig Spaß. Das straffe Fahrwerk schluckt auch tiefere Bodenwellen problemlos, und in engen Kurven fühlt man sich ebenfalls wohl. Die 195 km/h Höchstgeschwindigkeit habe ich auf der fast leeren A42 hinter Duisburg ausprobiert. Man hat auch bei hohen Geschwindigkeiten immer ein gutes Gefühl, und der Wagen bleibt bei einem Tempo von über 160 angenehm leise.

Auch optisch macht der Giulietta einiges her. Mit seinen markanten Linienführung und der flachen Silhouette wirkt er ausgesprochen sportlich und trotzdem filigraner als die meisten seiner Konkurrenten aus der Kompaktklasse. Edle Details wie der dreieckige Kühlergrill und der elegante Giulietta-Schriftzug auf der Heckklappe lassen nicht nur die Herzen echter Alfa-Fans höher schlagen. Auch das Cockpit macht einen guten Eindruck: Die klar und übersichtlich angeordneten Armaturen und Lüftungsregler sind in das leicht geschwungene Armaturenbrett aus gebürstetem Aluminium eingefügt. Ein Hingucker auch die verchromten Pedale und die Fußstütze mit Alfa-Romeo-Logo. Fahrer- und Beifahrersitz überzeugen durch gut Seitenführung. Nicht ganz so überzeugend ist das Platzangebot in Alfas neuem Kompakten. Vorne hat ein 1,90-Meter-Mann durchaus noch genügend Platz, hinten sollten auf längeren Strecken besser nur deutlich kleiner gewachsene Menschen mitfahren. Bein- und Kopffreiheit im Fond sind nicht wirklich befriedigend. Das hat die Giulietta allerdings mit einigen anderen Fahrzeugen der Kompaktklasse gemeinsam. Ein kleines Bonbon für die Fondsinsassen: das große Panoramadach lässt sich vorne und hinten separat abdunkeln. Der Laderaum ist mit 350 Litern Volumen ausreichend groß. Mittels der asymmetrisch teilbaren Rückbank lässt sich der verfügbare Platz noch erheblich ausweiten. Nachteilig ist die relativ hohe Ladekante.
Die Giulietta gibt es in sechs Motorversionen, drei Benziner: 120 PS, 170 PS und 235 PS und drei Dieselversionen: 105 PS, 140 PS und 170 PS. Den kleinen Benziner bekommt man in Basisausstattung und in der gehobenen Ausstattungsvariante „Super”. Der 235 PS-Benziner wird nur in der Top-Ausstattungsvariante „Quadrofoglio Verde” (grünes Kleeblatt) geliefert. Die mittlere Ausstattungsvariante Turismo ist bei allen Dieselfahrzeugen und dem 170 PS Benziner vorgesehen. Die 170 PS-Versionen gibt es jeweils auch als Automatik. Bereits der kleinste Benziner, unser Testfahrzeug, bietet eine beachtliche Motorleistung: 195 km/h Höchstgeschwindigkeit, eine Beschleunigung von 9,4 Sekunden von 0 auf 100 bei einem Durchschnittsverbrauch von 6,4 Liter Super. Der kleinste Diesel (105 PS) erreicht maximal 185 km/h und braucht 11,3 Sek von 0 auf 100. Er verbraucht dafür durchschnittlich allerdings nur 4,4 Liter und ist bereits im unteren Drehzahlbereich ziemlich durchzugsstark. Am spritzigsten ist naturgemäß der Giulietta 1,8 TBi mit 235 PS. Er erreicht sportliche 242 Stundenkilometer und beschleunigt in 6,8 Sekunden auf 100 km/h. Der Verbrauch liegt nach Angaben von Alfa Romeo bei durchschnittlich 7,6 Litern Superkraftstoff. Alle Motorversionen sind mit dem neuen D.N.A.-System ausgestattet, mit dem der Fahrer das Fahrzeug seinen eigenen Vorlieben und den jeweiligen Straßenverhältnissen anpassen kann. In der Einstellung „Dynamic” wird der Motor noch sportlicher und reagiert noch diekter auf das Gaspedal. „N” steht für den Normalmodus und „A” für All Weather. Hier stellen sich Motor uns Sicherheitssysteme auf schwierige Straßenverhältnisse ein.
Die preisgünstigste Giulietta ist die Basisversion des 120 PS Benziners mit einem Listenpreis von 19.900 Euro. Die beiden Teuersten mit 28.800 bzw. 28.900 Euro sind der 235 PS Benziner und der 170 PS Diesel mit Doppelkupplungsgetriebe (speziell von Alfa entwickeltes Automatikgebtriebe). Damit liegt die Giulietta in etwa im Preisrahmen der Kompaktklasse von Opel Astra bis VW Golf. Die sportlichen Konkurrenten Audi A3 und 1er BMW müssen sogar noch etwas teurer bezahlt werden. Darüber hinaus muss das Ausstattungsniveau der Giulietta zumindest bei den höherwertigen Versionen den Vergleich mit den Mitberwerbern wirklich nicht scheuen.
Eine Probefahrt kann bei AC-GE Doerpinghaus unter 0209-36 09 70 vereinbart werden.
Unser Fazit: Mit der neuen Giulietta ist Alfa Romeo ein guter Wurf gelungen. Der Kompaktsportler überzeugt sehr schönes Design, guten Fahrkomfort und eine erfreuliche Spritzigkeit auch schon bei den kleineren Motorversionen. Das ganze zu einem guten Preis-Leistungsverhältnis. Einziger gravierender Minuspunkt ist der etwas zu enge Fond. Die Giulietta ist eben keine Familienkutsche, sondern ein alltagstaugliches Zweipersonenauto mit hohem Spaßfaktor.