Das Restaurante El Patio überzeugt durch Fleisch- und Fischgerichte
Seit einem Jahr gibt es in Buer ein spanisches Highlight: das Restaurant El Patio direkt an der Hauptverkehrsachse (Ecke Königswiese/Wandelsweg) schräg gegenüber dem neuen REWE-Gebäude.
Inhaber José Dacosta ist im Oktober letzten Jahres mit seinem Restaurant aus Alt-Gelsenkirchen an den Rand der Buerschen City gezogen und bietet hier seine bekannte Qualität in wesentlich schöneren Räumen. Bereits beim Betreten des neuen El Patio ist man angenehm überrascht. Der Gastraum ist mindestens vier Meter hoch. Von den Tischen aus hat man einen schönen Blick auf den Buerschen Dom. Besonderer Hingucker ist ein raumhohes Weinregal aus dunklem Holz.
Gebackener Ziegenkäse auf lauwarmem Lauch mit kross gebratenem Speck
Den BUERANER Essenstest führten wir in bewährter Form mit vier Testessern durch. Wie immer bestellten wir je eine Vorspeise, ein Hauptgericht und ein Dessert. Als Vorspeisen mussten es in einem spanischen Restaurant natürlich Tapas sein. Vom freundlichen Service erhielten wir ein kleines Blatt mit einer Übersichtsliste, in der man die gewünschten Häppchen ankreuzen kann. (Nach dem gleichen Prinzip funktioniert die Bestellung Dienstags, wenn im El Patio Tapastag ist.) Da wir unseren Magen beim ersten Gang nicht zu sehr füllen wollten, beschränkten wir uns auf drei kleine Portionen Datteln mit Speck, Baby Calamares und Palmitos (Palmenherzen), dazu als reguläre Vorspeise gebackenen Ziegenkäse auf lauwarmem Lauch mit kross gebratenem Speck, serviert auf einem sehr schön dekorierten Teller, mit Erdbeeren auf Ananasscheiben, frischen Himbeeren und etwas Honigsauce. Die Kombination von Ziegenkäse, Lauch und Speck war ausgesprochen köstlich. Geschmacklich genauso überzeugend waren die Tapas. Die Baby Calamares waren sehr zart und lecker mit Knoblauch gewürzt. Ebenso zart die Palmenherzen, deren nussiger Geschmack gut mit dem Serranoschinken kontrastierte. Bekanntermaßen kräftig ist der Kontrast zwischen süßen Datteln und salzigem Speck. Zusätzlich gab es frisches Weißbrot mit Aioli.
Ganze gebackene Dorade
Angeregt durch die guten Vorspeisen war unser Gaumen bereit für die Hauptgerichte: zweimal Fleisch: Kalb und Fasan und zweimal Fisch: Dorade und Lachs. Alle Teller waren toll dekoriert, eine besondere Augenweide die große, im Ganzen gebackene Dorade, außen schön knusprig gebraten innen butterzart mit leicht salzigem Geschmack. Wunderbar weich war auch das rosafarbene Lachsfleisch, das auf einer milden Mandelsauce angerichtet war. Auf dem Lachs thronten zwei prächtige Gambas. Auf einer vollmundig-süßen Portweinsauce mit eingelegten Pflaumen wurde die Fasanenbrust serviert: vier zartrosa gebratene und gut gewürzte Stücke. Unser viertes Hauptgericht war ein Kalbsspieß mit Pfifferlingen und einer Gamba, kräftig gewürztes Kalbfleisch, sehr schön auf einem großen Metallspieß angerichtet. Als Beilage gab es zu allen Gerichten Papas Arrugadas (kanarische Kartoffeln) mit einer scharfen Mojo Rojo (kanarische Würzsauce mit Paprika, Chili und Knoblauch) und verschiedene gedünstete Gemüse. Die Kartoffeln mit der pikanten Mojo passten sehr gut zu den Grillgerichten wie Dorade und Kalbsspieß, zu den feineren Hauptgerichten Lachs und Fasan nicht ganz so optimal. Sehr gut zu unserem Essen harmonierten die empfohlenen Weine: ein gut gekühlter fein-fruchtiger Rosé mit einem intensiven Brombeeraroma und ein vollmundiger Rioja.
Karamellisierte Feigen mit Vanilleeis
Den Abschluss unseres Testmenüs bildeten eine nicht zu süße Crema Catalana mit leckerer Karamellkruste, ein Tiramisu mit Erdbeeren und Orange und – besonders gelungen – eine Portion karamellisierte Feigen mit Vanilleeis, das wiederum sehr schön dekorierte Dessert mit Whiskey flambiert.
Unser Fazit: Das El Patio ist eindeutig eine Bereicherung für die Buersche Gastronomie. Zu schade, um nur als Tapas-Restaurant wahrgenommen zu werden. Vor allem die Fischgerichte sind sehr empfehlenswert. Auch die Weinauswahl, die Präsentation der Speisen und das gesamte Ambiente haben uns überzeugt. Bei schönem Wetter sollte man die schöne Terrasse nutzen.
Text: Michael Otterbein
Fotos: L. Bluoss