Feldtest in Sachen „Zuhause-Kraftwerk”
Die Emscher Lippe Energie GmbH (ELE) testet gemeinsam mit ihren Kunden in Gelsenkirchen, Bottrop und Gladbeck die Zukunftstechnik Mikro-KWK, das so genannte „Zuhause-Kraftwerk” . Vier Anlagen von vier verschiedenen Herstellern sind in den letzten Wochen in Einfamilienhäusern im Emscher-Lippe-Land eingebaut worden und produzieren seitdem Wärme und Strom.
Ein Mikro-KWK-Heizgerät ist ein Miniatur-Kraftwerk, das neben der Raumwärme und der Warmwasserbereitung auch Strom erzeugt. „KWK” steht für Kraft-Wärme-Kopplung, die gleichzeitige Gewinnung von Strom und Wärme. Diese Technik wird schon seit vielen Jahren in Industrie und Gewerbe eingesetzt. Aktuell rückt mehr und mehr der Einsatz in kleinsten Einheiten, in Ein- und Zweifamilienhäusern in den Blickpunkt. Verschiedene Hersteller entwickeln zurzeit Mikro-KWK-Heizgeräte, erste Modelle sind bereits auf dem Markt.
Um mit diesen neuen Geräten Erfahrungen zu sammeln, hatte die ELE im letzten Jahr Einfamilienhausbesitzer in Gelsenkirchen, Bottrop und Gladbeck aufgefordert, sich als Tester zu melden. Mehr als 150 ELE-Kunden hatten sich gemeldet. „Aber noch lange nicht jedes Haus ist gleich gut geeignet für den Einsatz eines Mikro-KWK-Heizgerätes”, erklärt Timo Tomala, bei der ELE Projektleiter für dieses Thema. „Ideal sind Häuser mit einem jährlichen Wärmebedarf von rund 20.000 Kilowattstunden (kWh) oder mehr.”
Vier solcher Minikraftwerke sind mittlerweile im ELE-Gebiet im Praxiseinsatz. Tomala: „Wir werden die Anlagen nun zwei Jahre im Praxiseinsatz beobachten, um die Erfahrungen dann unseren Kundinnen und Kunden zur Verfügung stellen zu können.” Gespannt sind die Energieexperten der ELE vor allem, ob tatsächlich die angepeilte Jahresmenge von 2.000 kWh Strom erzeugt werden kann. „Damit könnte ein Haushalt mit durchschnittlichem Stromverbrauch seine Stromrechnung fast halbieren”, erklärt Timo Tomala dazu. Denn der Strom wird direkt im Haus verbraucht, so dass entsprechend weniger Strom eingekauft werden muss.
In welchen Fällen das Mikro-KWK dann eine echte Alternative zu anderen modernen Heizsystemen ist, darüber wird man nach Ablauf des deutschlandweiten Feldversuches sehr viel mehr wissen. Die ELE sammelt mit ihren vier Anlagen nicht nur eigene Erfahrungen, sie hat auch bereits ein Förderprogramm für Mikro-KWK ins Leben gerufen. ELE-Kundinnen und –Kunden, die sich schon jetzt für diese zukunftsweisende Technologie entscheiden, erhalten einen Zuschuss von 600 Euro. Weitere Informationen dazu unter 0209/165-10 oder www.ele.de.
Mikro-KWK-Anlagen könnten vor allem für die Sanierung älterer Immobilien schon heute eine echte Alternative sein. Wenn die Voraussetzungen richtig passen, hat man auf lange Sicht eine sehr umweltfreundliche Wärme- und Warmwassererzeugung und erzeugt einen erheblichen Teil des Strombedarfes selbst. Obendrauf gibt’s noch den jährlichen KWK-Bonus: Über jede selbst erzeugte Kilowattstunde freut sich nicht nur die Umwelt (wegen des eingesparten CO2), sondern auch der Kontostand des Anlagenbetreibers.