DER BUERANER
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Aktueller Monat: Mai 2012

Feine regionale Küche in Dorsten

Restaurant „Zum blauen See” bietet Gutbürgerliches und Kreatives zu fairen Preisen

Thomas Püttmanns Restaurant „Zum blauen See” bietet eine interessante Mischung: Paprikaschnitzel mit Röstkartoffeln, Herrentoast und Käsespätzle stehen hier neben „Capuccino von Edelfischen“ und frischer Gänsestopfleber.

Dazu immer auch saisonale Gerichte, wie jetzt im Winter Wild- und Gänsegerichte. Das Restaurant am Rande des Dorstener Ausflugsgebiets Blauer See wirkt von innen und außen angenehm geradlinig, kein Design-Schnickschnack, keine unnötigen Hemmschwellen für den „Normalbürger”. An der dunkeln Holztheke steht auch schon einmal ein Dorstener, der nur einen Kaffee oder ein Bier trinken möchte. Vor den weiß gedeckten Tischen schnörkellose Polsterstühle. Aus den großen Fenstern des Gastraums hat man einen schönen Blick auf den See. Im Sommer bietet der große Biergarten bis zu hundertfünfzig Besuchern Platz unter großen Eichen.

Der Dorstener Thomas Püttmann hat sein Restaurant 1996 eröffnet, nachdem er verschiedene Stationen im In- und Ausland, unter anderem in Hamburg und in Frankreich, durchlaufen hatte. Im Jahr 2007 wurde „Zum blauen See” in den „Feinschmecker Guide” aufgenommen. Das Lokal ist längst kein Geheimtipp mehr. Püttmanns Gäste kommen inzwischen nicht nur aus Dorsten, sondern aus dem gesamten Ruhrgebiet, NRW und darüber hinaus. Höchste Zeit, das Restaurant auch den Bueranern näher zu bringen, die bisher noch nicht den Weg an den Blauen See gefunden haben.

Bei unserem Testessen sind wir einmal der aktuellen Menüempfehlung des Hauses gefolgt, und haben uns zum Zweiten eine individuelle Speisenfolge zusammengestellt. Das empfohlene Menü bestand aus vier Gängen: „Cappucino von Edelfischen mit Ingwerschaum”, „Schwäbische Maultasche mit Basilikumschaum”, „Gratinierter Hirschrücken auf Preiselbeerrahm” und „Zweierlei vom Sorbet”. Als individuelles Menü bestellten wir einen Salat von Flusskrebsen, Kalbsfilet mit frischen Steinpilzen und eine Dessertauswahl. – Und um es gleich vorwegzunehmen, wir waren sehr zufrieden: Gute Zutaten, frisch zubereitet, harmonisch zusammengestellt und kreativ angerichtet.

Salat von FlusskrebsenSalat von Flusskrebsen

Bereits die Vorspeisen machten Lust auf mehr. Die Flusskrebse wurden mit Zwiebeln und Tomatenstückchen in einer süßsauren Marinade serviert. Ein angenehm leichter und Appetit anregender Vorspeisensalat. Der Cappucino von Edelfischen war eine hellen Rahmsuppe mit kräftig-würzigem Fischaroma, leicht mit Anis verfeinert. Dazu ein Stückchen herzhaft geröstetes Brot. Das Süppchen wurde in einer echten Cappucinotasse gereicht. „Die dürfen Sie direkt aus der Tasse trinken”, erklärte uns die freundliche Bedienung. Haben wir getan. Löffel wurde auch keiner mitgeliefert. - Als zweiten Vorspeisengang gab es eine große Maultasche mit der typischen Fleischbrät-Spinatfüllung, bedeckt von schaumiger Basilikumsauce. Grob gehackte Kräuter, Lauchzwiebeln und Tomatenstückchen gaben der leicht rahmigen Sauce das besondere Etwas.

Kalbsfilet mit frischen SteinpilzenKalbsfilet mit frischen Steinpilzen

Hirsch und Kalb stellten die beiden Hauptgerichte. Beide Fleischsorten waren auf den Punkt gebraten, zartrosa das Kalbsfilet, kräftig dunkel der Hirschrücken. Beide hatten genau die richtige Konsistenz. Das Kalbsfilet wurde mit frischen Steinpilzen, einem hausgemachten Kartoffelrösti und einer kleinen Gemüsebeilage, bestehend aus eingelegten Zwiebeln, Möhre und Lauchzwiebel, serviert. Dazu gab es Blattsalat mit Balsamicodressing.

Gratinierter Hirschrücken auf PreiselbeerrahmGratinierter Hirschrücken auf Preiselbeerrahm

Der gratinierte Hirschrücken war mit einer leckeren Kräuterfarce (einer Kruste aus Kräutern und Paniermehl) angerichtet. Die Preiselbeerrahmsauce feinsüß. Eine ganz besondere Beilage war das Türmchen von Pfifferlingen und Trüffelpüree, die herzhaften Pfifferlinge eine harmonische Ergänzung zum milden Püree. - Dazu gönnten wir uns einen spritzig-leichten Riesling und einen vollmundig fruchtigen Rotwein von der Ahr. Alles in allem ein hervorragender Hauptgang. Kompliment!

DessertvariationenDessertvariationen

Bleibt nur noch, den süßen Abschluss zu erwähnen: die Dessertvariationen und die zweierlei Sorbets aus dem Hausmenü. Die von uns genossenen Desserts vermittelten einen sehr guten Eindruck von der „süßen Kunst” des Blauen See: ein kleines Weihnachtsgedicht der Zwetschgen-Topfenknödel mit Zucker, Zimt und warmer Vanillesauce. Herrlich goldgelb gebacken der Kaiserschmarrn, erfrischend die Sorbets aus Waldfrüchten und Apfel mit Zimt. Lecker auch das Tiramisu mit seinem feinen Kaffeegeschmack und die frischen Früchte.

Unser Fazit: Das Restaurant Zum blauen See bietet eine geradlinige, regionale Küche auf hohem Niveau mit einigen sehr kreativen Highlights. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Man schmeckt die frischen Zutaten und erfreut sich an den wunderschön angerichteten Tellern. Unbedingt empfehlenswert!

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