Verbesserung der Therapieergebnisse durch die Kombination von westlicher und chinesischer Medizin
Das Interesse an ganzheitlichen Methoden bei Erkrankungen, für die es auch klassische westliche Therapiekonzepte gibt, hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Gemäß Umfragen suchen 60 - 80 Prozent aller Krebspatienten im Verlauf ihrer Erkrankung nach alternativen Behandlungsoptionen. Die Kombination der Westlichen Medizin und der TCM kann hier wegweisend sein.
Westliche und chinesische Medizin behandeln beide die gleichen Krankheiten, haben aber unterschiedliche Wurzeln in Bezug auf die Herangehensweise. In der chinesischen Medizin (TCM) wird der Mensch aus dem Blickwinkel einer Erfahrungsmedizin gesehen, die eine Geschichte von über 4.000 Jahren hat.
Das älteste Grundprinzip der chinesischen Philosophie ist das Konzept der polaren Gegensätze von Yin und Yang; sie befinden sich in einem stetigen Prozess von Veränderung und streben immer einen Zustand des Gleichgewichts an; nur zusammen ergeben sie ein Ganzes. Eine Verfeinerung dieses Grundprinzips ist das Konzept von Qi [gesprochen: "tschi">. Qi ist die allgegenwärtige Lebenskraft und Lebensenergie in der Welt und auch im Menschen und fließt auf definierten Bahnen ununterbrochen durch den Körper.
Jeder Mensch kann aber durch das Einwirken äußerer (ungünstige Ernährung, zu wenig Schlaf, Überarbeitung) oder innerer (Unausgeglichenheit der Emotionen) Faktoren aus dem Gleichgewicht gebracht werden. Daraus können sowohl ein Mangel an ausreichender Menge der Lebensenergie Qi als auch einer Blockade ihres freies Flusses durch den Körper resultieren. Ziel der chinesischen Medizin ist es, durch Akupunktur, Kräutertherapie und Qigong diese Blockaden zu lösen und einen freien Fluss als eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Krebstherapie zu ermöglichen.
Krebspatienten müssen in der Regel eine Chemotherapie und/oder eine Bestrahlung auf sich nehmen, welche die Lebensqualität stark vermindern.
Diese Therapien zerstören die Krebszellen und sollen ein Wiederauftreten verhindern, schwächen den Organismus aber enorm. Chinesische Medizin wirkt nur schwach gegen das Geschwür selbst, kann aber den Menschen stärken und seinen Abwehrkampf unterstützen.
Für die Linderung vieler Nebenwirkungen, stehen effektive Medikamente der westlichen Medizin zur Verfügung, die aber dennoch nicht immer erfolgreich sind. Für andere Nebenwirkungen kennt die westliche Medizin kaum lindernden Medikamente. Auch hier kann die Chinesische Medizin große Unterstützung anbieten.
Im Einzelnen wirkt die TCM bei Menschen mit einer Krebserkrankung besonders bei:
• Erschöpfung, Müdigkeit, Kraftlosigkeit (Fatigue-Syndrom)
• Depression, Angst, Sorgen (Gedankenkarussell)
• Schlafstörungen
• Durchfall, Verstopfung
• Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen
• Knochenschmerzen (Aromatasehemmer, Metastasen)
Sabine Gronau
Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe,
Naturheilverfahren, TCM